Spingerinnen: Wie die Schweizer Frauen die Wirtschaft neu erfinden

Seit Jahrzehnten kämpfen Spingerinnen – die selbstständigen Frauen in der Schweiz – für mehr Sichtbarkeit und Chancengleichheit. Doch ihr Einfluss auf die Wirtschaft geht weit über das traditionelle Bild der Hausfrau oder Kleinunternehmerin hinaus. Laut einer Studie der Universität St. Gallen aus dem Jahr 2022 tragen Spingerinnen rund 15 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz bei. Das entspricht etwa 120 Milliarden Franken pro Jahr. Während Männer in der Schweiz im Schnitt 2,5 Mal häufiger ein eigenes Unternehmen gründen als Frauen, liegen Spingerinnen in der Wachstumsrate von Start-ups sogar vorne: Seit 2018 stieg die Anzahl selbstständiger Frauen um 18 Prozent, während die der Männer nur 12 Prozent erreichte.

Ein zentrales Problem bleibt jedoch die Finanzierung. Laut dem Schweizerischen Bankenverband erhalten Spingerinnen nur 15 Prozent der Kreditkredite für ihre Unternehmen – ein Defizit von 300 Millionen Franken pro Jahr. Viele Frauen scheitern an der Hürde, ausreichend Eigenkapital aufzubauen, oder werden von Banken und Investoren nicht ernst genommen. Das zeigt sich auch in der Branche: Während Männer in der Schweiz durchschnittlich 120.000 Franken Eigenkapital für ihre Gründung benötigen, müssen Spingerinnen oft 180.000 Franken aufbringen. Die Gründe dafür sind vielfältig: traditionelle Rollenbilder, fehlende Netzwerke und strukturelle Benachteiligung.

Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer. Die Digitalisierung hat Spingerinnen neue Chancen eröffnet. Laut einer Umfrage des Bundesamts für Statistik nutzen 42 Prozent der selbstständigen Frauen in der Schweiz digitale Tools für ihre Geschäftstätigkeit – ein Anstieg von 28 Prozent seit 2019. Besonders erfolgreich sind Spingerinnen in Bereichen wie Online-Handel, digitalen Dienstleistungen und nachhaltiger Wirtschaft. Ein Beispiel ist die Schweizerin Lena Müller, die mit ihrem Online-Shop für nachhaltige Kosmetik bereits 2023 über 5 Millionen Franken Umsatz erzielte. Ihr Erfolg zeigt, wie wichtig es ist, digitale Infrastruktur und Finanzierungsmöglichkeiten für Spingerinnen zu verbessern.

Ein weiterer Hebel wäre die bessere Anerkennung ihrer Leistungen. Laut dem Bundesamt für Statistik verdienen Spingerinnen im Schnitt nur 78 Prozent des Männergehalts – ein Unterschied von 22 Prozent. Das ist nicht nur ein sozialer, sondern auch ein wirtschaftlicher Verlust. Wenn Spingerinnen fair bezahlt und gefördert werden, könnten sie noch mehr zur Innovationskraft der Schweiz beitragen. Ein konkretes Projekt, das hier voranschreitet, ist das Programm „Frauen in Führung“ der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA), das seit 2021 über 300 Frauen in der Finanzbranche unterstützt hat.

  • Spingerinnen tragen 15 Prozent des Schweizer BIP bei – rund 120 Milliarden Franken pro Jahr.
  • Nur 15 Prozent der Kreditkredite für Unternehmen gehen an Spingerinnen.
  • Spingerinnen benötigen im Schnitt 60.000 Franken mehr Eigenkapital als Männer für ihre Gründung.
  • 42 Prozent der selbstständigen Frauen nutzen digitale Tools – ein Anstieg von 28 Prozent seit 2019.
  • Lena Müller erzielte mit ihrem Online-Shop bereits 5 Millionen Franken Umsatz in 2023.

Doch die Herausforderungen bleiben groß. Um Spingerinnen langfristig zu stärken, braucht es gezielte Politikmaßnahmen: bessere Finanzierungsangebote, gezielte Netzwerke und eine Kultur der Gleichberechtigung in Unternehmen. Wenn die Schweiz ihr Potenzial ausschöpfen will, muss sie Spingerinnen endlich die gleichen Chancen wie Männern bieten – nicht nur im Namen der Gerechtigkeit, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg.

Der Weg ist lang, aber der erste Schritt ist gemacht. jetzt ansehen mehr über die Geschichten und Herausforderungen der Spingerinnen.